Große Kunstschau – wann haben sie zuletzt [anders] geschaut? Ist [anders] schauen nicht eine notwendige Methode, um unsere Welt auch hinter den Oberflächen zu erkennen? Und ist nicht die Kunst eine permanente Herausforderung, die uns ein [anders] schauen trainieren lässt?

Das Künstlerdorf Worpswede war immer auch ein Schauplatz visionärer Lebensentwürfe. Schon die Gründer der Künstlerkolonie verfolgten den Traum einer Vereinigung von Kunst und Leben. Die lokale Kontinuität einer 130-jährigen Geschichte künstlerischen Arbeitens hat gerade heute Konsequenzen für eine Vielfalt, eine Toleranz und eine Neugierde gegenüber dem Anderen – auch dem Fremden. Das aktuelle Ausstellungsprojekt »Kaleidoskop Worpswede. Kunstwerk, Landschaft, Lebensort« unterzieht den »Mythos Worpswede« einer Revision. Es geht um eine achtsame, präzise aber auch radikal offene Neubestimmung des Gestern und Heute, um so neue Perspektiven auf ein Morgen zu ermöglichen. Im Zentrum von »Kaleidoskop Worpswede« steht das einzelne Kunstwerk. Das Projekt will die Begegnung zwischen Ihnen als Betrachter und dem Kunstwerk zuspitzen: Sie sind der zweite Produzent des Kunstwerks. Sie sind es, die das »Kaleidoskop Worpswede« weiterdrehen.

Die Große Kunstschau wendet im Rahmen von Kaleidoskop Worpswede den Blick keinesfalls zurück, versteht das Museum nicht als ein Lager toter Dinge, sondern als einen Ort für Zukunft, von dem aus eine Neuerzählung beginnen könnte.

Die Ausstellung teilt sich in verschiedene Sektionen. Im Altbau begegnen sie verschiedenen Gesprächen mit Bernhard Hoetger, einmal bezogen auf seine so einzigartige Architektur, dann wieder auf seine Plastiken und Skulpturen
Der Neubau teilt sich in drei Sektionen: »ich, ichs, wir«, »still leben« und »Landschaft«. Die Sektionen nehmen so jeweils Bezug auf eines der Hauptsujets der alten Worpsweder Kunst – den Menschen, die Landschaft und das Stillleben –, sprengen dabei aber nachhaltig den Rahmen des Erwartbaren.

Während der Laufzeit von »Kaleidoskop Worpswede« sehen Sie in der Großen Kunstschau zwar mehr Worpsweder Werke als früher, aber Sie sehen andere Worpsweder. Dazu eine Vielzahl internationaler Spitzenwerke aus den letzten 100 Jahren, die für die Zeit der Ausstellung bei uns zu Gast sind.

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Einige unserer Hauptwerke sind aktuell auf Reisen und zwischen September 2018 und Januar 2019 als Leihgaben in der ersten großen Worpswede-Ausstellung »Paula Modersohn-Becker och konstnärskolonin i Worpswede« in Skandinavien im Museum Prins Eugens Waldemarsudde in Stockholm zu sehen.

Laufzeit: 15. September 2018 bis 27. Januar 2019
Nähere Infos unter www.waldemarsudde.se