Bernhard Hoetger; Büste der Sent M'Ahesa, 1917; Bronzeguss; 37x16x18 cm; Worpsweder Kunststiftung Friedrich Netzel
Bernhard Hoetger; Tauzieher, 1909; Bronze, gegossen, leicht poliert;32,5x20x35 cm; Kreissparkasse Osterholz
Bernhard Hoetger, Lee Hoetger, 1913, Bronze, Museen Böttcherstraße, Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen, Foto: © Museen Böttcherstraße/MelSchütt

Bernhard Hoetger. Zwischen den Welten

Die Worpsweder Museen würdigen den Bildhauer, Kunsthandwerker, Architekten und Maler Bernhard Hoetger (1874 – 1949) anlässlich seines 150. Geburtstags mit einer umfassenden Ausstellung unter dem Titel ›Bernhard Hoetger. Zwischen den Welten‹. Die Ausstellung läuft vom 17. März bis 3. November 2024 und öffnet die Türen zu drei Museen in Worpswede – dem Barkenhoff, der Großen Kunstschau und der Worpsweder Kunsthalle. Ein Besuch im Haus im Schluh, dem vierten Haus des Worpsweder Museums-verbunds, rundet den umfassenden Blick auf die Worpsweder Kunst ab.

In diesem Jahr wäre der Bildhauer, Kunsthandwerker, Maler und Architekt Bernhard Hoetger 150 Jahre alt geworden. Die Worpsweder Museen nehmen dies zum Anlass, sich dem zu Lebzeiten gefeierten wie stark umstrittenen Künstler in einer umfassenden Gesamtschau in drei Museen zu nähern. Hoetger hat zwei norddeutsche Orte mit seinen exzentrischen Schöpfungen geprägt: das Künstlerdorf Worpswede und die Böttcherstraße im Herzen von Bremen. Städtereisende kommen kaum an Hoetgers Gesamtkunstwerken vorbei.

Der Titel ›Bernhard Hoetger. Zwischen den Welten‹ ist programmatisch für diesen Künstler, der zeitlebens ein Wanderer zwischen den Welten und Kulturen war. In drei Ausstellungssektionen widmet sich die Worpsweder Museen den häufig ethnologisch wie mythologisch inspirierten künstlerischen Ansätzen und Haltungen Hoetgers, die ihre Ausdrucksformen nicht nur in ortsbildender Architektur, sondern auch in der Bildhauerei, dem Kunsthandwerk und der Malerei fanden. Lebendig wird dabei vor allem die Zeit zwischen 1914 und 1929, in der Hoetger vom Künstlerdorf Worpswede inspiriert dieses gleichzeitig mit seiner Kunst prägte. Ob mit dem exotisch anmutenden ›Kaffee Worpswede‹ und der sachlich gehaltenen Großen Kunstschau als erstem Museum des Künstlerdorfs oder dem monumentalen ›Niedersachsenstein‹, der sich im Laufe seines Entstehungsprozesses von einem ›Siegesmal‹ zu einem Mahnmal für den Frieden wandelte.

 

»Trotz – oder gerade wegen aller Widersprüche – gehört sein Werk zum Originellsten, was der deutsche Expressionismus hervorgebracht hat. Heute schätzen wir Hoetger als einen wichtigen Zeugen für eine Epoche elementarer gesellschaftlicher und künstlerischer Umbrüche.« - Bettina Vaupel, 2009 in Monumente, dem Magazin der Deutsche Stiftung Denkmalschutz

 

Die Auseinandersetzung mit der Künstlerpersönlichkeit Hoetger ist angesichts der heutigen gesellschaftspolitischen Lage, in der um Orientierung gerungen wird, aktueller denn je: Heute kann die Kunst von Bernhard Hoetger aus historischer Distanz betrachtet werden und Einblicke in die kulturellen und sozialen Umbrüche seiner Zeit geben. Seine Werke bieten die Möglichkeit, über Vergangenes nachzudenken und Parallelen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen zu ziehen. Hoetgers irriger Glaube, seine Kunstauffassung und das Wollen der NSDAP verfolgten die gleichen Ziele, führte dazu, dass er sich den Nationalsozialisten mit seiner Kunst andiente. Damals wie heute können wir daraus lernen, genau hinzuschauen und nicht nur das wahrzunehmen, was unseren eigenen Wünschen und Vorstellungen entspricht.

Barkenhoff: ›Hoetger und Vogeler‹

Die Ausstellung untersucht Übereinstimmungen wie auch Gegensätze im Werk beider Künstler während ihrer Zeit in Worpswede.

Kuratorin: Dagmar Kronenberger-Hüffer

Große Kunstschau: ›Licht und Schatten‹

In dieser Ausstellung stehen die schillernde Persönlichkeit und die plastisch-bildnerische Entwicklung Bernhard Hoetgers sowie die Licht- und Schattenseiten seines Werks und Wirkens im Fokus.

Die Künstlerin Julia Kiehlmann begegnet Hoetger aus einer heutigen Perspektive und lädt mit ihren in Worpswede entstandenen Werken dazu ein, die menschliche Fragilität und Fehlbarkeit als Brücke zum Gegenüber zu begreifen.

Kurator: Stefan Borchardt

Worpsweder Kunsthalle: ›Impulsgeber Hoetger?‹

Die Ausstellung widmet sich der bisher weniger beachteten Facette der Malerei in Hoetgers künstlerischem Werk und untersucht die Entwicklung der expressionistischen Malerei im Worpswede der 1920er Jahre.

Kuratorin: Cornelia Hagenah

Förderer Worpsweder Museumsverbund e. V.