Rauchzeichen - Zeitzeichen

Rauchzeichen – Zeitzeichen
Ursula und Hans-Georg Rauch
vom 20. November 2022 bis zum 5. März 2023
in der Worpsweder Kunsthalle

Im März 2020 erhielt die Worpsweder Kunststiftung Friedrich Netzel eine großzügige Schenkung von 32 Arbeiten des Worpsweder Grafikers Hans-Georg Rauch (1939 – 1993). Stifter ist sein Freund und Sammler, der Hamburger Architektur-Journalist Horst Rasch. Er betreut den Nachlass des Künstlers und seiner Frau, der Keramikerin Ursula Rauch (1943 – 2019).

Dankbarkeit und Achtung für das Werk geben den Anlass, seine einzigartigen Federzeichnungen, Radierungen und Farbstiftzeichnungen gemeinsam mit Werken seiner Frau, der Keramikerin Ursula Rauch (1943–2019), in der Worpsweder Kunsthalle zu zeigen.

Hans–Georg Rauch gehört zu den großen deutschen Karikaturisten und satirischen Zeichnern seiner Ära. Er reiht sich in den Kreis großer Namen wie Saul Steinberg, George Grosz, Paul Flora, Gustav Peichl alias Ironimus und Ronald Searl ein. Rauch ist besonders durch seine kritischen Arbeiten in der Wochenzeitung DIE ZEIT, seine Zeitzeichen, bekannt geworden, nachdem er zuvor schon für zahlreiche in- und ausländische Zeitschriften und Zeitungen tätig war. Er bearbeitete alles, was ihn anregte, aufregte und umtrieb und prangerte politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Missstände pointiert an. Dabei sind seine Radierungen und Federzeichnungen atemberaubend akribisch und detailverliebt ausgeführt. In der Ausstellung werden neben einigen seiner bekannten schwarz-weißen Arbeiten auch großformatige Buntstiftzeichnungen und Collagen präsentiert.

Die Keramikerin Ursula Rauch wendet in ihren Arbeiten mit gefärbtem Ton eine alte Technik an, die seit Jahrhunderten in China gängige Praxis ist. Sie verzichtet bewusst auf das Glasieren und erzielt dadurch eine ganz eigene, außergewöhnliche Oberfläche. Gleichzeitig beherrscht sie die Kunst, gefärbten Ton so zu mischen, dass jene reizvollen Strukturen entstehen, aus denen man so viel herauslesen kann. Ihre Arbeiten weisen eine große Liebe zum Detail auf und harmonieren auf ganz eigene Art mit denen Ihres Mannes. Sie löste sich von der klassischen Töpferei und entwickelte eine eigene Formensprache, in der sie Brüche und Gegensätze sichtbar machte. Neben geometrischen Figuren schuf sie stoffliche Strukturen, die sich von ihrer Materialität zu lösen scheinen. Große Anerkennung erntete Ursula Rauch für ihre hochemotionalen Arbeiten aus den neunziger Jahren, in denen sie sich künstlerisch mit ihrer unheilbaren Parkinsonerkrankung auseinandersetzte und Torsi aus Bronze und Keramik schuf.

Ausstellungseröffnung
Samstag, 19. November 2022, 18 Uhr in der Worpsweder Kunsthalle
Bitte beachten Sie, dass nur eine begrenzte Anzahl an Sitzplätzen zur Verfügung steht.

 

Förderer Worpsweder Museumsverbund e. V.