Hoetger und Vogeler – Ausstellungssektion Barkenhoff

Um 1900 war Heinrich Vogeler ein anerkannter Künstler und sein Wohnhaus, der Barkenhoff, gesellschaftlicher Mittelpunkt der Künstlerkolonie Worpswede. Zur gleichen Zeit fasste Bernhard Hoetger in Paris unter ärmlichsten Bedingungen gerade erst Fuß, avancierte aber innerhalb weniger Jahre zu einem der wichtigsten Bildhauer jener Zeit. 

1914 verlegte Hoetger seinen Wohnsitz nach Worpswede, angeregt durch Paula Modersohn-Becker. Vogeler hingegen, beruflich wie privat unzufrieden, zog im gleichen Jahr als Soldat in den Ersten Weltkrieg. Er kam als völlig veränderter Mensch zurück: Den Barkenhoff wandelte er in eine Arbeitskommune um und errichtete Werkstätten, die für seine sozialreformerischen Ideen von Bedeutung waren. In diesen war auch Hoetger häufiger tätig. Ab etwa 1923 zog sich Vogeler vom Barkenhoff zurück; er lebte nun vorwiegend in Berlin und reiste wiederholt in die Sowjetunion. Hoetger und Vogeler verbrachten also nur wenig Zeit gemeinsam in Worpswede – eine kurze Zeit im Jahr 1914 und einige Jahre zwischen 1918 und 1923. Übereinstimmungen wie auch Gegensätze im Werk beider Künstler während ihrer Zeit in Worpswede aufzuzeigen, ist das Anliegen dieser Ausstellung.

Abb.: Bernhard Hoetger, Lee Hoetger, 1913, Bronze, Museen Böttcherstraße, Paula Mo-dersohn-Becker Museum, Bremen, Foto © Museen Böttcherstraße/MelSchütt
Förderer Worpsweder Museumsverbund e. V.