Neue Präsenzausstellung im Haus im Schluh

Das Haus im Schluh vereint bis heute eine außergewöhnliche Sammlung von Kunstwerken und kostbaren Möbeln Heinrich Vogelers sowie regionalen bäuerlichen Hausrat und Geräte in einem einzigartigen Museum. Im historischen Webhaus und im 2014 wiedereröffneten Wohnhaus Martha Vogelers werden in einer neu konzipierten Präsenzausstellung die schönsten Stücke der Sammlung präsentiert. Zusätzlich kann in der hauseigenen Weberei an festen Tagen der Woche beim Weben zugeschaut werden.

Inventar und Kunst zogen 1920 vom Barkenhoff mit Martha Vogeler und den Töchtern Mieke, Bettina und Mascha hinunter in das neu erbaute Domizil im Schluh (= Senke, Sumpf). Als Wohn- und Museumsgebäude hatte Martha Vogeler 1920 und 1937 zwei aus Nachbardörfern stammende Niedersächsische Fachwerkhäuser auf das verwilderte, von alten Bäumen umgebene Gelände transloziert. Heinrich Vogelers Frühwerk bis 1918 fand an diesem Ort eine neue Heimat und wurde von der Familie bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit Hans Herman Rief gründete Martha Vogeler 1946 das Worpsweder Archiv, das bis 1980 seine Adresse im Schluh hatte und Forscher aus aller Welt anzog. 1961 starb die Gründerin 82-jährig und die Töchter Bettina und Mascha setzten ihre Arbeit fort. Ab 1990 wurde die Sammlung durch Werke aus der sowjetrussischen Zeit aus dem Nachlass von Jan Vogeler, dem Sohn aus der zweiten Ehe des Künstlers, ergänzt. Mit der Gründung der »Heinrich Vogeler Stiftung Haus im Schluh Worpswede« im Jahr 2003 und der Teilnahme am »Masterplan Worpswede«, die eine Grundsanierung der Museumsgebäude ermöglichte, wurde das Haus im Schluh Mitglied des Worpsweder Museumsverbunds.

Die neu kuratierte Präsenzausstellung bildet die vielgestaltigen Inhalte und historischen Aspekte des Hauses in lebendiger Form ab. Das Haus im Schluh ist ein Ort, an dem Worpsweder Kunst- und Ortsgeschichte in einer einzigartigen Verknüpfung erlebt werden kann. Erstmals wird die Präsenzausstellung auch didaktisch für die verschiedenen Besucherzielgruppen aufgearbeitet. Für Kinder soll ein eigenes museumspädagogisches Programm entwickelt werden, dass auch einen Platz für Kinderwebrahmen und eine Leseecke vorsieht.