Historie

Nachdem 1889 junge Künstler das Bauerndorf im Moor für sich entdeckten, um hier zu leben und zu arbeiten, entwickelte sich schon sehr bald der Wunsch, die entstandenen Bilder auszustellen und zu verkaufen. Zuerst war es der ortsansässige Buchbindermeister Friedrich Netzel, der sein Ladengeschäft und angrenzende Räume den Künstlern zur Verfügung stellte. Es folgte sein Sohn, ebenfalls Friedrich (II), der 1919 ein eigenes Haus in der Ortsmitte als Galerie einrichtete. Hier, in der Bergstraße, zog er mit seiner jungen Frau Maria ein und gab der zeitgenössischen Kunst ein Zuhause.

Neben dem Kunsthandel wurden auch museale Bilder gesammelt und bewahrt. Nach dem frühen Tod des Galeristen 1945 führte dessen Ehefrau den Betrieb in den schwierigen Nachkriegsjahren weiter, um ihn dem Sohn Friedrich (III) übergeben zu können.

Dieser zeigte neben der eigenen Familiensammlung aus drei Generationen auch weithin beachtete Sonderausstellungen die dem Künstlerort überregionale Bedeutung gaben:
- Die Ausstellungen 1972, 1973 und 1989 von Heinrich Vogelers Gesamtwerk mit den damals erstmals gezeigten Werken aus seiner sowjetischen Zeit.
- Die DDR-Ausstellungen 1978 und 1984 noch lange vor einem Kulturabkommen.
- Die erste Ausstellung von Max Ernst und Duane Henson.
- Ausstellungen französischer Künstler von Bram van Velde bis Jean Cocteau in den 60er bis 80er Jahren.
- Die erste große Ausstellung in Worpswede zu Paula Modersohn-Becker anlässlich ihres 100sten Geburtstages 1972 sowie zur 100-Jahrfeier des Künstlerdorfes 1989, die ersten Übersichtsausstellungen Worpsweder Kunst, die einen qualitätvollen Querschnitt aus vielen Jahrzehnten gaben, damals auch in Kooperation mit anderen Museen des Ortes.

Nach dem Tod des Galeristen und Sammlers Friedrich Netzel wurde auf dessen Wunsch eine Stiftung errichtet, um sicherzustellen, dass die reichhaltige und vielfältige Kunstsammlung für den Ort und seinen Gästen zukünftig erhalten bleibt. Seit 1999 wird die "Worpsweder Kunststiftung Friedrich Netzel" von einem engagierten Team aus versierten Mitarbeitern und Freiwilligen weitergeführt. Die privaten Museen in Worpswede arbeiten ohne öffentliche institutionelle Förderung. So ist auch unser Haus auf Eintrittsgelder und Spenden angewiesen. Auch Sachspenden und Dauerleihgaben, wie museale Kunstwerke und Kunsthandwerk aus der Worpsweder Region, sind herzlich willkommen und finden bei uns eine adäquate Betreuung und Präsentation.