Haus & Sammlung

Als sich vor 1900 die ersten Maler in Worpswede niederließen, begann sehr bald das Interesse der Kunden, Bilder der 1895 in München geehrten und ausgezeichneten Künstler zu erwerben. Neben dem Verkauf der Bilder wurde schon früh in der Familie Netzel begonnen, einen Grundstock von Werken aus der Hand der Gründergeneration anzulegen.

So befinden sich Bilder und Grafik von Fritz Mackensen (1866-1953), Otto Modersohn (1865-1943), Hans am Ende (1864-1918), Fritz Overbeck (1869-1909) und Heinrich Vogeler (1872-1942) in der Sammlung, dabei auch einige Raritäten aus der alten Sammlung Roselius und Vogelers Grafik. Bilder und Radierungen von Paula-Modersohn-Becker (1876-1907) sowie eine umfangreiche Dauerleihgabe des Werkes ihrer Zeitgenossin Ottilie Reylaender (1882-1965) bilden einen besonderen Schwerpunkt. Neben großformatigen Arbeiten wurden für die Sammlung gern die kleineren, meist in Öl auf Malpappe als „echte Freilichtmalerei" gearbeiteten Stücke gesucht.

Die zweite Generation mit den Künstlern Georg Tappert (1880-1957), Albert Schiestl-Arding (1883-1937), Udo Peters (1884-1964), Alfred Kollmar (1886-1937), Willy Dammasch (1887-1982), Tetjus Tügel (1892-1973), Bram van Velde (1895-1982), Walter Müller (1901-1975), Sophie Bötjer-Mallet (1887-1966) und Lisel Oppel (1897-1960) sind ebenfalls exemplarisch und zahlreich in der Sammlung vertreten. Besonders Maria Netzel hatte eine herzliche Beziehung zu dem damals im Ort noch verkannten Surrealisten Richard Oelze (1900-1980), heute neben Paula Modersohn-Becker der international renommierteste Worpsweder Maler und Zeichner. Ihr ist eine umfangreiche Sammlung mit einem Dutzend Werken des Künstlers zu verdanken, die einen Anziehungspunkt für viele, besonders ausländische, Kunstkenner bildet.

Auch die Nachkriegsmalerei aus Worpswede ist mit guten Exponaten in der Sammlung enthalten, wie Helmut Heinken (1920-1968), Willy Meyer-Osburg (1934) und Dieter Wallert (1935-1989), die sich zum Teil der „Jungen Gruppe Worpswede" anschlossen. Die zeitlich folgenden Künstler wie Friedrich Meckseper (1936), Uwe Häßler (1938), Pit Morell (1939) und Frauke Migge (1941) sind ebenfalls vertreten, wie auch mit zahlreichen Stücken die Keramiker Otto Meier (1904-1996) und Heide Weichberger (1922-1980). Die Werke der Sammlung sind unverkäuflich und werden im eigenen Haus wie auch bei Sonderausstellungen in anderen Museen Worpswedes gezeigt. Für auswärtige Museen besteht die Möglichkeit der Leihe nach längerfristiger vorheriger Absprache.