Historie

1920 erfüllte sich Martha Vogeler mit dem Bau des Haus im Schluh ihren eigenen Lebenstraum. 1919 erwarb sie in einem Nachbardorf ein altes, niedersächsisches Bauernhaus auf "Abbruch" und ließ es in Worpswede im Schluh als modernes Wohnhaus für sich und die drei Töchter wieder aufbauen. Es wurden noch ein kleines Wirtschaftsgebäude und einige Jahre später ein weiteres Fachwerkhaus hinzugefügt.

Martha Vogeler brachte das umfangreiche künstlerische Werk Heinrich Vogelers und das kostbare Inventar des Barkenhoffs an diesen neuen Lebensort. Bei der Planung des Haus im Schluh verfolgte sie bereits die Absicht, einen angemessenen musealen Rahmen für die ihr und den Töchtern übergebene wertvolle Kunstsammlung und ihrer öffentlichen Präsentation zu schaffen. 

In einem kleinen Wirtschaftsgebäude fand unter anderem zunächst eine Handweberei ihren Platz. Gemeinsam mit den drei Töchtern Mieke, Bettina und Mascha erarbeitete sich Martha Vogeler mit der Weberei und weiteren kunsthandwerklichen Arbeiten, einer Gästepension  und der Anlage eines großen Nutzgartens ihren Lebensunterhalt. Eine wichtige Tradition wurde neben der Herstellung von Stoffen und Gebrauchstextilien die Produktion von künstlerischen Bildteppichen nach Entwürfen von Walter Müller, dem Ehemann von Bettina Vogeler.
1938 wurde das zweite Fachwerkhaus dem Ensemble hinzugefügt. Hierhin wurde nun die Weberei verlegt, wo sie sich auch heute noch befindet. 1946 veranlasste Martha Vogeler die Gründung des Worpsweder Archivs durch den Kunsthistoriker Hans Herman Rief, das bis in die 80er Jahre im Schluh beheimatet war.

Die offene, herzliche Stimmung des Haus im Schluh und Martha Vogelers zog im Laufe der Jahre viele Künstler, Schriftsteller oder geistig Schaffende in die Häuser. Hier bot sich eine Atmosphäre freier Geisteshaltung und schöpferischem Austauschs. Manche machten hier nur Station, doch andere blieben oft über Jahre oder für das ganze Leben. Als Martha Vogeler 1961 verstarb, übernahm Hans Herman Rief die Leitung des Museums, ihre Töchter Bettina und Mascha führten die Weberei und die Pension weiter fort.

Auch heute noch wird das Haus im Schluh, inzwischen in der 4. Generation, von der  Familie geführt. Die Familientradition schafft so eine lebendige Brücke zwischen dem Heute und dem Gestern.