Historie

Nach der Trennung von Heinrich Vogeler und dem Auszug aus dem Barkenhoff erfüllte sich Martha Vogeler mit dem Bau des Haus im Schluh ihren eigenen Lebenstraum. 1919 hatte sie in einem Nachbardorf ein altes, niedersächsisches Bauernhaus entdeckt und erworben. Am einstigen Ort wurde das Haus abgetragen und im Schluh wieder neu errichtet.

Im gleichen Jahr ließ sie auch das kleine Nebenhaus erbauen, in welchem bald schon eine Handweberei ihren Platz fand. Gemeinsam mit den drei Töchtern Mieke, Bettina und Mascha erarbeitete sich Martha Vogeler mit der Weberei, dem Betrieb einer Gästepension  und der Anlage eines großen Nutzgartens ihren Lebensunterhalt. Aber auch kunsthandwerklich waren Martha Vogeler und ihre Töchter tätig und überaus begabt. So fertigte zum Beispiel Bettina, die mittlere Tochter, wundervolle Gobelins nach den schönen Vorlagen ihres Mannes Walter Müller an.

In den 1930er Jahren kam ein weiteres Haus hinzu, welches ebenso wie das erste Haus schon eine lange Geschichte als Bauernhaus hinter sich hatte. Hierher wurde nun die Weberei verlegt.

Eine Ottilie-Hoffmann-Gaststätte bot ab den 1950er Jahren preiswerten Mittagstisch und Kaffee & Kuchen in der Laube sowie im Haus an. Ebenso fand das von Hans-Herman Rief aufgebaute Worpsweder Archiv seinen Platz im Haus im Schluh.
Die offene, herzliche Stimmung des Haus im Schluh und Martha Vogelers zog im Laufe der Jahre viele Künstler, Schriftsteller oder geistig Schaffende in die Häuser. Hier bot sich eine Atmosphäre freier Geisteshaltung und schöpferischem Austauschs. Manche machten hier nur Station, doch andere blieben oft über Jahre oder für das ganze Leben. Als Martha Vogeler 1961 verstarb, übernahmen ihre Töchter Bettina und Mascha die Weberei und die Pension.

Auch heute noch wird das Haus im Schluh, inzwischen in der 4. Generation, von der  Familie geführt. Die Familientradition schafft so eine lebendige Brücke zwischen dem Heute und dem Gestern.