Paulas Worpswede »… es ist ein Wunderland«

Die großformatigen und stimmungsvollen Naturdarstellungen von Fritz Mackensen, Otto Modersohn und ihren Kollegen verkörpern die moderne Sehnsucht nach einer Welt, die von der industriellen Moderne nicht geprägt zu sein scheint. Als diese sechs bis dahin kaum bekannten Künstler im Jahr 1895 mit ihren Ausstellungen Furore machen, wird auch die 19-jährige Paula Becker auf die Worpsweder Maler aufmerksam und ist von ihren Gemälden nachhaltig beeindruckt. 1897 kommt sie für einen ersten Sommeraufenthalt in das Künstlerdorf. Euphorisch notiert die Künstlerin in ihrem Tagebuch: »Worpswede, Worpswede, Worpswede! [...] es ist ein Wunderland, ein Götterland.« Ihre Begeisterung für das »Wunderland« hält an. 1898 kehrt Paula Becker zurück – Worpswede wird ihre Heimat. Hier beginnt ihre Suche nach einer eigenen und wahrhaftigen Kunst, hier findet sie ihre Hauptmotive. Tief beeindruckt von der Worpsweder Landschaft mit ihren leuchtenden Birken, dem geheimnisvollen Licht und dem einfachen bäuerlichen Leben gerät die junge Malerin in einen Schaffensrausch.

In der Großen Kunstschau wird der Blick Paula Modersohn-Beckers und ihrer Künstlerkollegen und -kolleginnen auf »ihr« Worpswede gezeigt. Werke der Malerin und Arbeiten ihrer Zeitgenossen mit den typischen Worpsweder Motiven verdeutlichen die gegenseitigen künstlerischen Anregungen, aber auch die unterschiedlichen malerischen Auffassungen. Neben den charakteristischen Landschaftsdarstellungen um 1900 konzentriert sich die Ausstellungssektion in der Großen Kunstschau insbesondere auf die individuellen Darstellungen zweier zentraler Sujets – Birken und Bauern –, die eingebettet werden in die mystische Umgebung des Teufelsmoors.


Große Kunstschau
Worpswede Lindenallee 5
Tel. 04792 1302

täglich 10-18 Uhr, auch montags!


Abb.: Paula Modersohn-Becker, Mädchen mit Schafen am Weiher I (Ausschnitt), um 1903, Sammlung Böhm, Berlin/Dauerleihgabe an die Kulturstiftung Landkreis Osterholz, Foto: © Worpsweder Museumsverbund