Heini Linkshänder

8. Februar bis 14. Juni 2015

Dem Haus im Schluh war Heini Linkshänder seit den frühen 1990er Jahren freundschaftlich verbunden. Er vermachte der Heinrich Vogeler Stiftung Haus im Schluh eine nahezu vollständige Sammlung seiner druckgrafischen Werke und erweiterte sie parallel zu seinem Schaffensprozess bis zu seinem Tod 2012. Eine Reihe von Druckstöcken ergänzt heute dieses Konvolut. 2005 würdigte das Haus im Schluh die Schenkung erstmalig mit einer Ausstellung.

Erste Erfahrungen mit den druckgrafischen Techniken machte Linkshänder 1982 auf der Salzburger Sommerakademie in einem Radierkurs bei Fritz Meckseper, der ihn nach Worpswede einlud. Anfangs druckte der Künstler seine Grafiken in der Worpsweder Künstlerpresse eigenhändig. Einfache Bretter, gefundene Reste aus Zimmereien oder auch Linoleumstücke wurden zu Druckstöcken verarbeitet. Diese haben einen eigenen Objektcharakter und wurden nachträglich oft von ihm zu Skulpturen umgestaltet. Als Bildträger verwendete er zuweilen gebrauchte Papiere oder Packpapier.

Ab etwa 1995 arbeitete Linkshänder intensiv mit der Druckwerkstatt von Heinz Dodenhoff in Wallhöfen zusammen. Linkshänder produzierte keine definierten Serien, es entstand aber eine kleine Auflage mit Gedichten von Kurt Drawert und Drucken von Heini Linkshänder. Dodenhoff druckte Linkshänders Holz- und Linolschnitte, einige großformatige Siebdrucke fertigte Jan Carstensen in Bremen.

Zeichenhafte einfache Formen und Figuren vereinen sich zu einer archaischen Bilderwelt, die einen starken visuellen und ästhetischen Reiz entfaltet. Die poetischen Titel entstanden während des Schaffensprozesses. Eine genaue Datierung der Grafiken ist nur selten mit Sicherheit festzustellen, da einige Arbeiten nachträglich noch einmal verändert wurden.

Abbildung: Heini Linkshänder, Befruchtet, o.J., Druck vom Holz, Auflage 7/22, signiert, Sammlung Haus im Schluh, VG Bild-Kunst, Bonn 2015

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