Historie

1894
Vogeler erwirbt aus dem Erbe seines Vaters ein reetgedecktes Rauchhaus mit Flett in Worpswede-Ostendorf.

1896
Vogelers Wohnsitz erhält nach einem kleinen Birkenwald den Namen ›Barkenhoff‹ (Birkenhof).

1898

Im Herbst Beginn der Umbauarbeiten am Barkenhoff. Der Hausspruch auf dem Nordgiebel wird von Rilke verfasst

1900
Von Ende August bis Anfang Oktober hält sich Rilke als Gast in Worpswede auf. Der ›Weiße Saal‹ des Barkenhoff wird in dieser Zeit zum Mittelpunkt eines Freundeskreises aus Künstlern und Intellektuellen

1901
Vogeler heiratet die Worpsweder Lehrertochter Martha Schröder.

1903
Im Juli des Jahres sind Rainer Maria Rilke und seine Frau Clara Rilke-Westhoff wieder auf dem Barkenhoff zu Besuch.

1909
Ludwig Bäumer, ehemaliger Jurastudent und Geliebter Marthas, kommt auf den Barkenhoff. Für Martha und Heinrich Vogeler beginnen qualvolle Jahre der Ehekrise, die 1920 mit Marthas Umzug in das Haus im Schluh und 1926 mit der Scheidung enden.

1918
Vogeler veröffentlicht am 23. Januar unter dem Titel ›Märchen vom lieben Gott‹ einen Protestbrief und Friedensappell an den deutschen Kaiser. Er wird daraufhin aus dem Militärdienst entlassen und auf dem Barkenhoff unter Polizeiaufsicht gestellt. Kontakte zu Bremer Sozialisten, politische Vorträge.

1919
Vogeler flieht nach Zerschlagung der Bremer Räterepublik ins Sauerland. Der Barkenhoff wird systematisch überwacht, Vogeler kurzzeitig verhaftet.

1919–1923
Vogeler gründet auf dem Barkenhoff eine Siedlungskommune mit angegliederter Arbeitsschule. Sowohl die lokale Öffentlichkeit als auch die KPD stehen dem Experiment kritisch und ablehnend gegenüber. 1920 Umzug von Martha Vogeler und den Töchtern in das Haus im Schluh.

1923
Mit seiner späteren zweiten Frau Sonja Marchlewska reist Vogeler erstmals in die Sowjetunion. Umgestaltung des Barkenhoff zum Kinderheim der Roten Hilfe.

1924
Der Barkenhoff geht in die Trägerschaft der Roten Hilfe Deutschland über, die den Barkenhoff seit dem Sommer 1923 als Erholungsheim für die Kinder inhaftierter oder im Ersten Weltkrieg gefallener politischer Kämpfer nutzt.

1925
Weiterarbeit an den Anfang der 1920er Jahre begonnenen Fresken in der Barkenhoff-Diele, die u. a. Szenen revolutionären Kampfes und Entwürfe neuen gesellschaftlichen Lebens zeigen. Der Landrat in Osterholz will folglich das Kinderheim wegen ›Jugendvergiftung‹ schließen.

1927
Nach der Aufforderung des Osterholzer Landrats, die Fresken im Barkenhoff zu entfernen, breite Protestbewegung der Intellektuellen und Künstler der Weimarer Republik. Die Fresken werden zunächst verhängt, 1939 endgültig zerstört.

1930
Letzter Aufenthalt Vogelers auf dem Barkenhoff. Das Kinderheim der „Roten Hilfe“ wird 1932 geschlossen, der Barkenhoff an den Gartenarchitekten Max Karl Schwarz verkauft.

1981
Der Landkreis Osterholz und die Gemeinde Worpswede erwerben den Barkenhoff. Einrichtung des Heinrich-Vogeler-Museums.

2004
Wiedereröffnung nach Grundsanierung und Neukonzeption

2012
Umbau und Erweiterung der Remisen als Ausstellungsräume und Foyer